FANDOM


KlappentextEdit

„Sterne und Nacht stehen sich im Kampf gegenüber. Eine wird niedergestreckt werden durch die Krallen einer ClanKatze.“

Vier Clans, vier Territorien, ein Wald, eine Prophezeiung und eine Katze die nie verraten wir, was die Prophezeiung bedeutet. Finsterpfote ein Schüler des DonnerClans lebt in schwierigen Zeiten. Im ständigen Kampf gegen die anderen Clans muss er die Treue zu seinem Clan beweisen. Als der FlussClan die Sonnenfelsen erobert und der SchattenClan versucht die Schlangenfelsen zu ihrem Territorium zu machen, ist es klar: Die Existenz des DonnerClans ist in großer Gefahr. Und so kommt die Zeit in der, der DonnerClan seinen mutigen Schüler mehr braucht, denn jemals zuvor.

Hierarchie der KatzenEdit

SternenClan



DonnerClanEdit

Anführer:

Tigerstern

muskulöser, dunkelbraun getigerter Kater; Mentor von Schneepfote

Zweiter Abführer:

Rabenflügel

rein schwarzer Kater, mit außergewöhnlich kräftigen Hinterbeinen; Mentor von Finsterpfote

Heiler:

Sonnenlicht

kleine, goldgelbe Kätzin; Mentorin von Fleckenpfote

Heierschüler:

Fleckenpfote

dunkle, Schildpattkätzin

Krieger

Blutkralle

großer, kräftiger Kater mit braunrotem Fell

Pantherherz

pechschwarzer Kater

Feuersturm

flammenfarbener Kater; Mentor von Tränenpfote

Goldfell

goldgelbe Kätzin

Aschenwolke

dunkle, schwarzgraue Kätzin

Sturmkralle

schwarz, braun, weiß getigerter Kater

Funkensturm

braun, rot, goldgelb gescheckter Kater

Farnpelz

junger, hellbrauner Kater

Kleinpelz

junge, hellbraune Kätzin

Schüler:

Schneepfote

hübscher, weißer Kater, mit eisblauen Augen

Tränenpfote

weiß-blaue Kätzin mit blauen Augen

Narbenpfote

braun, schwarzer Kater voller Narben

Finsterpfote

rein schwarzer Kater, mit außergewöhnlich Beinen und dunkelbraunen Augen

Königinnen:

Mondfell

silbergraue Kätzin mit grünen Augen

Federflügel

langhaarige, weiß-graue Kätzin; Älteste Königin in der Kinderstube

Nachtfell

rein schwarze Kätzin, mit blauen Augen

Älteste:

Dornauge

hellbraune Kätzin der ein ein Auge fehlt

Knochenfuß

weißer, knochendürrer Kater; Ältester Kater im DonnerClan

Graupelz

langhaariger grauer Kater

Aschenfell

graue Kätzin; Älteste Kätzin im DonnerClan

Filtzpelz

langhaariger, schwarzer Kater mit verfiztem Fell

Junge:

Graujunges

langhaariger, grau getigerter Kater

Taubenjunges

kleine, graue Kätzin mit einem weißen Bauch

Steinpfote

schlanker, hellgrauer Kater

Stacheljunges

hellbraune Kätzin, mit langem struppigen Fell

Silberjunges

schlanke, silberne Kätzin

Dornenjunges

kräftiger, dunkelbraun getigerter Kater mit struppigem Fell und ungewöhnlich langen Vorderkrallen

SchattenClanEdit

FlussClanEdit

WindClanEdit

SternenClanEdit

Silberflügel

Eine hübsche, silberne Kätzin, mit strahlend blauen Augen

Platz ohne SterneEdit

Katzen außerhalb der ClansEdit

PrologEdit

Es war Nacht. Der Halbmond und die Sterne tauchten das Hochmoor in ein kaltes Licht. Am Fuß eines Berges, im Norden des Hochmoors, hatten sich einige Katzen versammelt. „Kommt endlich wir verschwenden Mondlicht.“ Tönte die Stimme eines dürren, schwarzen Katers durch die Nacht. „Ja, wir sollten uns beeilen, wenn wir heute noch Fleckenpfotes Heilerschülerzeremonie abhalten wollen.“, antwortete eine kleine braune Kätzin. Fleckenpfote, eine dunkle Schildpattkätzin stand nur neben den anderen Heilern und hörte zu. Ja, heute war ihre Heilerschülerzeremonie. Sie würde alles über Kräuter lernen, die Verletzungen der DonnerClan Katzen heilen und Zeichen vom SternenClan interpretierten. „Kommt jetzt!“, miaute ein silberner Kater. „Ja, laßt uns gehen.“, antwortete eine kleine goldbraune Kätzin und ging den anderen Katzen voraus auf einen Tunneleingang in der Felswand zu. Wow, das Ahnentor, dachte Fleckenpfote und folgte ihrer zukünftigen Mentorin. Fleckenpfote trat, hinter den anderen Heilern durch das Ahnentor in einen dunklen Steintunnel. Ohne ein Wort zu sagen, liefen die Heiler durch den Tunnel, der sich immer tiefer in den Berg hineinbohrte. Fleckenpfote folgte ihnen. Im Tunnel konnte sie nichts erkennen. Die vollkommene schwärze fühlte sich fremd an. Zu ihrer Überraschung war Fleckenpfotes Neugier, auf ihre Schülerzeremonie stärker als ihre Angst. Sie konnte es kaum erwarten den Mondstein zu sehen. Sie hatte schon so viel von diesem geheimnisvollen Stein, tief unter der Erde gehört, dem Ort an dem die Heiler sich mit dem SternenClan austauschten und die Anführer ihre neun Leben bekamen. Kalte, feuchte Luft durchdrang ihr Fell und ihre Muskeln versteiften sich. Selbst die kühlste Nacht war nicht so kalt wie diese Luft. Der Boden hier hat nie die Sonne gesehen, dachte sie, als sie die kalten, glatten Felsen unter den Pfoten fühlte. Mit jedem Atemzug fühlte eisige Luft ihre Lunge. Fleckenpfote folgte den anderen Heilern, durch die Finsternis. Sie konnte nichts sehen, folgte nur ihrer Geruchsspur. Fleckenpfote berührte die Felswände, des Tunnels mit seinen Schnurrhaaren und merkte so, wo er gerade aus gehen und wo er abbiegen musste. Ihre Nase verriet ihr, dass die anderen Heiler ungefähr eine Schwanzlänge vor ihr waren. Der Tunnel wollte nicht enden. Wie weit sind wir schon gegangen? , fragte sich Fleckenpfote. Dann spürte sie ein kribbeln in den Schnurrhaaren. Die Luft war jetzt frischer als vorher. Sie schnüffelte wieder und war erleichtert, als sie die vertraute Welt über ihnen riechen konnte. Fleckenpfote roch Torf, Beute und den Duft von Heidekraut. Wir müssen die Höhle mit dem Mondstein betreten haben, dachte Fleckenpfote. Plötzlich wurde die Höhle von einem Blitz erleuchtet, blendender als die Untergehende Sonne. Rasch schloß Fleckenpfote ihre Augen, vor dem kalten, weißen Licht, bevor sie , sie wieder zu schmalen Schlitzen öffnete. Er sah einen glänzenden Felsen, der funkelte als bestünde er aus tauenden Tautropfen. Der Mondstein! Fleckenpfote blickte sich um. In dem kalten Licht, das von dem Felsen zurückstrahlte, konnte sie die im Schatten liegenden Umrisse einer hohen Höhle erkennen. Der Mondstein ragte drei Schwanzlängen in der Mitte des Bodens auf. Hoch über den Katzen war durch ein Loch in der Decke ein Stück Nachthimmel zu sehen. Ein Mondstrahl schien hindurch und fiehl direkt auf den Mondstein.

„Fleckenpfote ist es dein Wunsch in die Geheimnisse des SternenClans eingeweiht zu werden und den Weg als Heiler zu beschreiten?“, fragte die goldbraune Kätzin. Fleckenpfote riß sich vom Anblick des Mondsteins los und antwortete. „Ja, Sonnenlicht, das ist mein Wunsch.“ „Dann tritt“ Fleckenpfote machte einen Schritt nach vorne, bis sie unmittelbar vor dem Mondstein stand. Dann begann Sonnenlicht wieder zu sprechen. „ Krieger des SternenClans, ich stelle euch diese Schülerin vor. Sie hat den Weg einer Heilerin gewählt. Gewährt ihr das Wissen und den Scharfsinn um eure Wege zu verstehen und ihren Clan zu heilen im Einklang mit dem Willen des SternenClans.“ Dann sah sie Fleckenpfote feierlich an. „Von nun an werde ich deine Mentorin sein. Ich werde dir alles beibringen was du brauchst.“ „Können wir uns jetzt endlich mit dem SternenClan die Zunge geben?“, fragte der dürre, schwarze Kater. „Ja, wir wollen uns jetzt mit dem SternenClan die Zunge geben. Fleckenpfote, drücke einfach die Nase gegen den Stein. Der SternenClan wird dir Schlaf schicken.“, miaute Sonnenlicht und trat zum Mondstein, legte sich hin und drückte ihre Nase gegen den Stein. Die anderen Heiler taten dasselbe. Auch Fleckenpfote legte sich vor den Stein, mit dem Kopf auf den Pfoten, so daß ihre Nase die glatte Oberfläche berührte. Die Kälte war ein Schock, weshalb sie beinahe zusammengezuckt wäre. Einen Moment blinzelte sie wegen des Sternenlichts, das im Stein funkelte. Dann schloß sie die Augen und wartete darauf, dass der SternenClan ihr Schlaf schicken würde.

Es war dunkel. Fleckenpfote konnte sich nicht rühren. Was war passiert verweigerte der SternenClan ihr die Vision. Wollten sie Fleckenpfote nicht als Heilerschülerin. Endlich löste sich die Dunkelheit auf und Fleckenpfote fand sich im Wald wieder. Plötzlich donnerten die Pfoten eines hellbraunen Katers an ihr vorbei. Fleckenpfote erkannte den Kater sofort. Es war ihr Bruder Farnpfote. Vor Farnpfote raste etwas Weißes durch das Unterholz. Fleckenpfote erschrak als sie erkannte was ihr Bruder da durch den Wald jagte. Es war keine Beute sondern eine, mit Narben übersäte Katze. Er will nur das DonnerClan Territorium verteidigen, beruhigte sich Fleckenpfote. Das ist es was Treue zum Clan bedeutet. Farnpfote jagte die Katze auf die Grenze beim Zweibeinerort zu. Gleich würde er sie aus dem DonnerClan Territorium vertrieben haben. Die Weiße Katze überquerte die Grenze, hetzte aber trotzdem weiter. Fleckenpfote erwartete, dass ihr Bruder umkehren würde, da der Eindringling das DonnerClan Territorium nun verlassen hatte, aber Farnpfote hetzte über die Grenze und jagte die Katze direkt auf den Zweibeinerort zu. Fleckenpfote wurde unruhig. Wieso tat Farnpfote das? Er hatte das Territorium seines Clans verteidigt und den Eindringling verjagt. Vielleicht will er nur sichergehen, dass diese Katze sich nie wieder im DonnerClan Territorium blicken ließ, dachte Fleckenpfote. Dann verblaßte das Bild und Fleckenpfote konnte nichts mehr sehen. Nur ihre Nase verriet ihr, dass Katzen in der Nähe waren. Sind das sie SternenClan Katzen?, fragte sich Fleckenpfote. Plötzlich konnte Fleckenpfote die Umrisse einer Silbernen Katze, erkennen. Die Katze kam aus den Schatten direkt auf sie zu. Dann begann sie zu sprechen. „Sterne und Nacht stehen sich im Kampf gegenüber. Eine wird sterben durch die Krallen einer ClanKatze.“ Fleckenpfote erschrak. Die Bilder die sie gerade gesehen hatte kehrten in ihren Kopf zurück. Würde ihr Bruder die Weiße Katze töten? Er war ehrgeizig, aber töten? Wieso sollte er einen Eindringling töten? „Wird Farnpfote die Weiße Katze töten?“, platzte Fleckenpfote heraus. „Wieso?“ Die SternenClan Katze schüttelte den Kopf. „Sollange er seinen Schülernamen trägt, geht keine Gefahr von ihm aus. Aber er wird seinen Kriegernamen bekommen, Farnpelz wird er heißen. Dann musst du gut auf ihn aufpassen.“ „Aber wieso teilt ihr diese Prophezeiung mit mir und nicht mit Sonnenlicht?“, fragte Fleckenpfote. „Sie ist eine erfahrene Heilerin. Ich bin nur ihre Schülerin.“ „Du bist Farnpfotes Schwester.“, antwortete die SternenClan Katze. Dann drehte sie sich um und verschwand wieder in den Schatten.

Fleckenpfote schreckte aus ihrem Schlaf auf. Rund um sie erwachten die anderen Heiler. Der Mondstein hatte aufgehört zu leuchten. Der Traum den ihr die SternenClan Katzen geschickt hatten war so lebhaft gewesen. Aber wieso teilten sie ihr Wissen mit der Heilerschülerin des DonnerClan und nicht mit einer erfahrenen Heilerin? Die anderen Heiler verließen die Höhle mit dem Mondstein, durch den Tunnel. Fleckenpfote wußte, dass sie nicht sprechen durfte, bevor sie wieder durch das Ahnentor getreten war. Schnell stand sie auf und folgte den anderen Heilern. Während sie durch den Tunnel zurück in Richtung Oberfläche trabte, hörte sie die Prophezeiung in ihren Ohren. Sterne und Nacht stehen sich im Kampf gegenüber. Eine wird sterben durch die Krallen einer ClanKatze, dachte sie. Würde Farnpfote, Farnpelz tatsächlich eine Katze töten? Es paßte zum Ehrgeiz ihres Bruders, aber er war seinem Clan treu. Er würde niemals eine Katze töten. Sie würde Sonnenlicht erzählen müssen, was sie gesehen hatte. Aber konnte sie ihrem Bruder das antun? War das fair? Sie wollte ihrem Clan treu sein. Aber konnte sie ihrem Clan und ihrem Bruder treu sein? Dann kam ihr ein Gedanke. Und als sie durch das Ahnentor ins Freie trat, wußte sie es ganz sicher. Sie würde niemandem von der Prophezeiung, und von dem was sie gesehen hatte erzählen. Um ihren Bruder zu schützen.

1. KapitelEdit

„Narbenpfote!“ Finsterpfotes Pfoten trommelten über den Waldboden und wirbelten trockene Blätter auf. Wieder durchschnitt sein verzweifelter Schrei die Luft. „Narbenpfote!“ In der Ferne konnte der kleine junge Kater seinen Bruder schreien hören. Er sprang über einen Bach hinweg und hetzte weiter durch den Wald. Plötzlich verlor er den Boden unter den Pfoten und landete auf dem Bauch. So schnell wie möglich rappelte er sich auf, aber er konnte nur noch hören wie die Schreie seines Bruders und die Flügelschläge der Eule sich in der Ferne verloren.

„Finsterpfote“ Narbenpfotes Stimme riss ihn aus seinem Traum. „Du hast im Schlaf gejault.“ „Ja, du weckst alle Schüler auf.“, miaute Schneepfote, ein hübscher, weißer Kater. Finsterpfote setzte sich auf und schüttelte sich, um seinen Traum zu vertreiben. Er saß in seinem Nest, im Bau der Schüler und Narbenpfote war immer noch da. Finsterpfote war nun schon seit vier Monden ein Schüler und seit ungefähr einem Mond hatte er immer wieder diesen Traum. Jetzt saß Narbenpfote neben ihm und leckte sein eigenes braun-schwarzes, narbenbedecktes Fell. Alles was er wußte war, dass Narbenpfote als er vier Monde alt war beinahe von einer Eule getötet worden war. Die Eule hatte Narbenpfote in die Nacht entführen wollen, aber Tigerstern, der Anführer des DonnerClans, hatte sich auf den Vogel gestürzt und Narbenpfote gerettet. Zwischen zwei Farnpflanzen fielen Sonnenstrahlen in den Bau. In einem Nest auf der anderen Seite, vom Bau der Schüler regte sich etwas und eine weiß-blaue Kätzin setzte sich auf. „Auch schon aufgewacht Tränenpfote“, begrüßte Schneepfote seine Schwester. Tränenpfote gähnte. „Ist es denn schon so spät?“, fragte die Kätzin. „Es ist schon Sonnenaufgang.“, antwortete Narbenpfote. „Das Training beginnt gleich.“ „Dann sollten wir uns aber beeilen.“, miaute Narbenpfote und erhob sich auf seine vier Pfoten. „Blutkralle beschwert sich immer wenn ich zu spät komme.“ Dann verließ er den Bau. Schneepfote folgte ihm. Finsterpfote konnte sehen wie die beiden Freunde über die Lichtung liefen und beim Lagereingang, einem Ginstertunnel von ihren Mentoren erwartet wurden. Narbenpfote wechselte einige Worte mit seinem Mentor Blutkralle. Dann stand der kräftige, braunrote Kater auf und verließ zusammen mit Narbenpfote das Lager. Wenige Augenblicke später verließen Schneepfote und sein Mentor Tigerstern das Lager. Finsterpfote beneidete Schneepfote immer noch, weil sein Mentor der Anführer seines Clans war. „Wir sollten uns auch einmal auf den Weg machen.“ Tränenpfotes sanfte Stimme riß Finsterpfote aus seinen Gedanken. „Rabenflügel wartet bestimmt schon auf dich.“ Rabenflügel war der Zweite Anführer des DonnerClans und Finsterpfotes Mentor. Er würde einmal Anführer werden. Dann würde Rabenflügel zum Mondstein reisen, seinen Namen in Rabenstern ändern und neun Leben vom SternenClan empfangen. Aber natürlich erst wenn Tigerstern sein letztes Leben verloren hatte und tot war. Rabenflügel war auch Finsterpfotes Vater. Dann erblickte er Rabenflügel der in der Nähe des Ginstertunnels saß und sich mit Feuersturm, einem flammenfarbenen Kater, der auch Tränenpfotes Mentor war die Zunge gab. „Ja“, miaute Finsterpfote und nickte Tränenpfote zu. „Wir sollten uns beeilen.“ Tränenpfote sah ihn mit ihren schönen blauen Augen an und verließ mit ihm zusammen den Bau der Schüler.

Die Sonnenstrahlen blendeten Finsterpfote und er blinzelte. Sein schwarzes Fell nahm Hitze auf während Tränenpfote im Licht der aufgehenden Sonne noch schöner aussah als sonst. In der Mitte der Lichtung befand sich der Hochstein, ein großer, glatter Felsblock. Der Anführer hielt die Clantreffen, vom Hochstein aus ab. Am Fuß des Hochsteins befand sich eine Höhle, die vor Urzeiten von einem alten Bach ausgehöhlt worden war. Dort befand sich Tigersterns Bau. Dann schweifte Finsterpfotes blick hinüber zum Bau der Krieger. Er befand sich unter einem Busch in der Nähe eines Brennesselflecks. Die Kinderstube befand sich unter einem dichten Brombeerbusch. Die Königinnen kümmerten sich dort gemeinsam um die Jungen des Clans. Der Bau der Ältesten befand sich auf der anderen Seite des Lagers, in einem hohlen Baumstumpf. Auf der Rückseite des Lagers befand sich ein Farntunnel, der zu Sonnenlichts Lichtung führte. Sonnenlicht war die Heilerin des DonnerClans.

Finsterpfote und Tränenpfote liefen gemeinsam zu ihren Mentoren hinüber. Als Finsterpfote und Tränenpfote angelaufen kamen, blickten Feuersturm und Rabenflügel auf. „Schön, dass ihr auch schon kommt“, miaute Rabenflügel. „Finsterpfote, du weißt, dass ich als Zweiter Anführer noch mehr Pflichten habe, als dich zu trainieren.“ Finsterpfote senkte den Kopf. „Es tut uns leid. Wir wollten nicht zu spät kommen.“ „Leid tun fängt keine Beute.“, miaute Rabenflügel. „Das solltest du wissen.“ „Nun sei doch nicht so streng mit ihm.“, unterbrach Feuersturm. „Er wird Pünktlichkeit lernen. Außerdem verschwenden wir mehr Zeit, wenn wir hier in der Sonne herumsitzen und uns streiten, als wenn Finsterpfote und Tränenpfote zu spät zum Training kommen.“ Rabenflügel stand auf. Er warf Finsterpfote einen strengen Blick zu, drehte sich um und lief durch den Ginstertunnel aus dem Lager. Finsterpfote folgte ihm.

Rabenflügel nahm den Weg, zur Sandkuhle. Die Sandkuhle war eine Kuhle im Boden. Das Gebiet war von Bäumen umgeben und der Boden war mit Sand gefüllt. Die DonnerClan Katzen trainierten dort ihre Schüler. Rabenflügel hielt an. Keuchend kam Finsterpfote neben ihm zum stehen. „Nun“, miaute der Zweiter Anführer mit einer Stimme die keinen Widerspruch zuließ. „Heute trainieren wir Kampftechniken.“ Finsterpfote atmete auf. In den letzten Tagen hatte Rabenflügel ihn immer Jagen geschickt und er war froh über eine Abwechslung. Rabenflügel ließ sich einige Schwanzlängen, von Finsterpfote entfernt auf dem sandigen Boden nieder. „Greif mich an“, befahl er seinem Schüler. Finsterpfote beobachtete seinen Mentor genau und ging in seinem Kopf alles durch was sein Vater ihm beigebracht hatte. Rabenflügel war größer und schwerer als er, aber wenn er mit ausreichend Kraft auf seinen Rücken sprang, konnte er seinen Mentor vielleicht aus dem Gleichgewicht bringen. Finsterpfote duckte sich und kroch in Kauerstellung auf seinen Mentor zu. Dieser machte ihm das Kauern nach und fauchte ihn an. Dann sprang Finsterpfote ab. Mit einem mächtigen Sprung flog er auf seinen Mentor zu. Als Finsterpfote genau über seinem Vater war, sprang dieser plötzlich hoch, und schleuderte Finsterpfote mit den Vorderpfoten auf den Sandboden. Finsterpfote rappelte sich auf und leckte einmal schnell über sein rechtes Vorderbein. Er wußte: Jede andere Katze wäre über seinen mächtigen Sprung überrascht gewesen. Finsterpfote schon oft gehört, wie unglaublich kräftig seine Beine waren. Aber Rabenflügel hatte genauso kräftige Beine und war zudem noch unglaublich schnell. „Finsterpfote“, erklärte Rabenflügel ihm. „Du bist immer noch zu langsam. Versuch es noch einmal. Und diesmal höre nicht auf zu kämpfen bevor ich es dir sage.“ Diesmal zielte Finsterpfote auf die Pfoten seines Mentors und sprang. Aber Rabenflügel war auch diesmal auf seinen Angriff vorbereitet und sprang mit einem mächtigen Sprung in die Luft. So daß Finsterpfote beim Landen das Gleichgewicht verlor und unter seinem Bauch hindurch rollte. Schnell fand Finsterpfote sein Gleichgewicht wieder und als sein Mentor auf ihn herabgestürzt kam, verlagerte er sein ganzes Gewicht auf die Vorderpfoten und schlug mit den Hinterpfoten aus. Er spürte wie seine Hinterpfoten Rabenflügels Bauch trafen und sein Mentor weggeschleudert wurde. Finsterpfote hörte wie sein Mentor sich hinter ihm aufrappelte. Plötzlich zischte etwas Schwarzes an ihm vorbei, und Finsterpfote wirbelte herum. Gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie sein Mentor erneut mit der Pfote ausholte und diese kraftvoll auf seinen Kopf niedersausen ließ. Finsterpfote konnte nicht schnell genug ausweichen und die Pfote krachte auf seinen Kopf. Schmerz durchzuckte Finsterpfote und er taumelte. „Habe ich gesagt, dass du zum kämpfen aufhören sollst?“, fragte Rabenflügel. „Ein feindlicher Krieger wird seine Chance nutzen und Krähenfraß aus dir machen.“ Finsterpfote nickte schuldbewußt. Einem Krieger wie Rabenflügel wollte er nicht im Kampf begegnen. Plötzlich schoß Rabenflügel auf ihn zu. Finsterpfote sprang leichtfüßig auf die Seite und Rabenflügel flog an ihm vorbei. Rabenflügel vollführte eine gekonnte Wendung und schoß wieder auf seinen Schüler zu. Finsterpfote duckte sich und als sein Mentor über ihn hinwegflog, drehte er sich schnell auf den Rücken und schleuderte ihn mit voller Wucht in einen Brennesselfleck am Rande der Sandkuhle. Finsterpfote war schnell wieder auf den Beinen. Er schlich geduckt und in Erwartung eines neuen Angriffs zu seinem, am Boden liegenden Mentor hinüber. „Geht doch“, miaute Rabenflügel, als Finsterpfote direkt neben ihm stand. „Aber eine WindClan Katze wäre vermutlich schneller gewesen und hätte dir den Bau aufgeschlitzt als du dich auf den Rücken gedreht hast.“ „Du bist aber keine WindClan Katze“, schnurrte Finsterpfote. Rabenflügel stupste ihn liebevoll an. „Komm weiter“, miaute er und lief in die Mitte der Sandkuhle. So trainierten sie bis Sonnenuntergang.

„Genug für heute“ Finsterpfote rappelte sich auf und schüttelte sich den Sand aus dem Fell. „Wir trainieren Morgen weiter“ Leichtfüßig sprang Rabenflügel auf und lief in Richtung Lager. Finsterpfote folgte ihm steifbeinig. Sein ganzer Körper schmerzte vom Training und er freute sich schon auf seinen Anteil an der Frischbeute.

Finsterpfote lief zu Narbenpfote und Schneepfote hinüber. Er setzte sich neben sie und begann seine Maus zu verspeisen, die er vom Frischbeutehaufen geholt hatte. „Wo ist Tränenpfote?“, fragte er zwischen zwei Bissen. Der Mond stand bereits am Himmel und er hatte Tränenpfote nachdem er von seinem Training zurückgekommen war nicht gesehen. Er machte sich Sorgen um die blau-weiße Kätzin. „Das weiß ich nicht. Sie ist mit Kleinpelz, Feuersturm und Blutkralle auf Patroullie gegangen.“, antwortete Schneepfote ohne von dem Buchfinken aufzusehen, den er gerade verspeiste. Dann geht es ihr gut, dachte Finsterpfote. Blutkralle und Feuersturm waren ausgezeichnete Krieger und Kleinpelz war eine junge aber für ihre Jagdfähigkeiten bekannte Kätzin. Durch Schneepfotes Antwort beruhigt, aß Finsterpfote seine Maus weiter.

Finsterpfote schluckte den letzten Bissen seiner Maus hinunter und wischte sich mit der Pfote, die Reste aus den Schnurrhaaren. Schneepfote und Narbenpfote waren bereits gegangen und kümmerten sich um die Ältesten des DonnerClans. Es war die Aufgabe der Schüler sich um die Ältesten zu kümmern. Wenn Tränenpfote nur hier wäre, dachte Finsterpfote.


2. KapitelEdit

Plötzlich stürmten drei Katzen durch den Ginstertunnel auf die Lichtung. Sie waren verletzt und ihr Fell war blutverschmiert. Finsterfell erkannte sie sofort es war die Patroullie. Er entdeckte Tränenpfote neben Blutkralle, einem großen, kräftigen Kater. Sofort rannte er zu der jungen Kätzin hinüber und begann ihr Fell zu lecken. „Was ist passiert?“, fragte er voller Sorge. „Der FlussClan, bei den Sonnenfelsen.“ Tränenpfote holte Luft. „Sie haben die Grenze verschoben.“ Finsterpfote verstand sofort. Die FlussClan Katzen hatte die Grenze verschoben und die Sonnenfelsen zu ihrem Territorium gemacht. Tränenpfote holte erneut Luft. „Feuersturm. Feuersturm ist tot.“ Tränenpfote sackte zusammen. Ihre Beine trugen ihr Gewicht nicht mehr und sie blieb auf dem Boden liegen. Finsterpfote legte sich neben sie. Sein Kopf war voller Fragen. Was genau war passiert? Wie hatten die FlussClan Katzen es geschafft einen erfahrenen Krieger wie Feuersturm zu töten und einen so starken Krieger wie Blutkralle zu verletzten und zum Rückzug zu zwingen? Aber am Schlimmsten traf ihn die Tatsache, dass Feuersturm tot war. Wie konnte er sein ClanLeben normal weiterleben, wenn Feuersturm tot war?

Dann tauchte ein muskulöser, dunkelbraun getigerter Kater hinter dem Hochstein auf. Tigerstern! Finsterpfote war erleichtert. Jetzt war Tigerstern das. Der Anführer des DonnerClans würde sich um alles kümmern. Der muskulöse Kater setzte quer über die Lichtung zu dem Rest der Patroullie hinüber. Sonnenlicht, eine kleine goldbraune Kätzin, kam mit einem Bündel Kräuter im Maul zu den Verwundeten Katzen hinüber. Sie kam zu Finsterpfote und Tränenpfote hinüber. Sonnenlicht schob eine dicke, schwarze Wurzel zu Finsterpfote hinüber. „Schnell, kau das und streich es auf ihre Wunden“, trug sie ihm auf. „Ich komme dann gleich wieder.“ Finsterpfote schob die Wurzel näher an sich heran und begann sie zu zerkauen und den Brei auf Tränenpfotes Wunden zu lecken. Im Lager war es jetzt so still, dass man jedes Wort hören konnte.

„Blutkralle, Kleinpelz. Was ist passiert.“ Die Frage kam von Tigerstern. „Wir haben an der FlussClan Grenze patrouilliert.“, keuchte Kleinpelz, eine kleine hellbraune Kätzin und Finsterpfote merkte wie anstrengend das Sprechen für sie war. „Als wir zu den Sonnenfelsen kamen, war nicht ein Schnurrhaar von einem Eindringling zu sehen.“ „Also sind wir näher an den Fluss gegangen, um die Duftmarkierungen zu erneuern.“, miaute Blutkralle an ihrer Stelle. „Da sprang plötzlich eine ganze Patroullie FlussClan Katzen ans Ufer. Dunkelstrom war darunter.“ „Wer ist Dunkelstrom?“, hörte Finsterpfote ein dunkelbraun getigertes Junges flüstern. „Das ist der Zweite Anführer des FlussClans Dornenjunges.“, kam die Antwort von einem älteren grauen Jungen. „Es kam zum Kampf. Feuersturm und Tränenpfote wurden schwer verwundet.“ Blutkralle machte eine kurze Pause um Kraft zu sammeln bevor er fort fuhr. „Wir waren gezwungen uns zurückzuziehen. Aber bevor wir fliehen konnten, hat Dunkelstrom Feuersturm getötet.“

Als Blutkralle mit seinem Bericht geendet hatte, drängte sich ein junger, hellbrauner Kater nach vorne, direkt neben Kleinpelz. Unsanft stieß er Sonnenlicht die, gerade die Wunden der jungen Kätzin versorgte auf die Seite. Finsterpfote erkannte den jungen Krieger. Es war Farnpfote, Kleinpelz Bruder. Farnpelz liebte Kleinpelz über alles und würde sie nie im Stich lassen. Fleckenpfote, eine dunkle Schildpattkätzin, Sonnenlichts Schülerin kam zu den beiden. „Farnpelz ich mag Kleinpelz genauso gern wie du. Sie ist auch meine Schwester.“, besänftigte sie ihren Bruder. „Aber sie muss sich jetzt ausruhen, damit sie rasch wieder gesund wird.“ Dann nickte sie Sonnenlicht zu, welche sich daraufhin umdrehte und zu Finsterpfote und Tränenpfote hinüberkam. „Hilf mir Tränenpfote in meinen Bau zu bringen.“, miaute Sonnenlicht. „Stütze sie einfach.“ Zu Tränenpfote sagte sie: „Kannst du aufstehen?“ Tränenpfote antwortete nicht sondern hievte sich hoch und stützte sich auf Finsterpfotes Schulter. Vorsichtig brachten Sonnenlicht und Finsterpfote Tränenpfote zum Farntunnel, der zu Sonnenlichts Bau führte.

Die Katzen traten aus dem Farntunnel auf die kleine Lichtung vor Sonnenlichts Bau. Sonnenlicht schlüpfte durch einen Spalt in einem Felsen, in ihren Bau. Dann streckte sie den Kopf heraus. „Bring Tränenpfote hierher.“, miaute sie. Finsterpfote brachte Tränenpfote in den Bau. Im Inneren des Baus, befanden sich mehrere Nester, aus Moos und an den Wänden aufgereiht lagen verschiedene Häufchen Kräuter. „Bring Tränenpfote zu diesem Nest hier.“, miaute Sonnenlicht und deutete auf ein leeres Moosnest in einer Nische. Finsterpfote brachte Tränenpfote zu dem Nest und Tränenpfote glitt von seiner Schulter ins Moos. „Geh jetzt“, miaute Sonnenlicht streng. „Tränenpfote braucht jetzt vor allem Ruhe.“ Finsterpfote drehte sich um und verließ Sonnenlichts Bau. Als er zum Bau der Schüler hinüberlief war die Lichtung schon verlassen und alle Katzen hatten sich zu ihren Schlafplätzen aufgemacht.

Als Finsterpfote am nächsten Tag aufwachte, hatten Schneepfote und Narbenpfote ihre Nester bereits verlassen. Sein eigenes Training würde gleich beginnen, aber er konnte das Lager nicht verlassen ohne nach Tränenpfote zu sehen. Er schlüpfte durch den Farntunnel auf die kleinere Lichtung. Er zwängte sich durch den Spalt im Felsen in Sonnenlichts Bau und lief direkt zu dem Nest in das er Tränenpfote am Vortag gelegt hatte. Die junge Kätzin schlief und ihre Flanke hob und senkte sich bei jedem Atemzug. „Bist du hier um Tränenpfote zu besuchen?“ Finsterpfote wirbelte herum und sah Fleckenpfote, die von hinten an ihn herangetreten war. „Wie geht es ihr?“, fragte er ohne weiter auf die Frage der Kätzin einzugehen. Fleckenpfote lächelte. „Es geht ihr gut. Sie wird sich wieder erholen.“ Antwortete Fleckenpfote. „Das einzige was mir Sorgen macht ist, dass sie in ihren Albträumen immer wieder schreit, als würde sie etwas Fürchterliches erleben.“ Plötzlich begann Tränenpfote zu zucken und zu winseln. Sie wälzte sich in ihrem Nest hin und her und schlug mit den Pfoten um sich, als würde sie gegen eine ganze Patroullie Krieger kämpfen. Finsterpfote erschrak und sah Fleckenpfote unruhig an. „Könnt ihr den gar nichts tun?“, fragte er. „Nein, Tränenpfote braucht nur Ruhe. Weder ich noch Sonnenlicht können ihre Träume verändern. Wir haben ihr Mohnsamen gegeben um ihre Schmerzen zu lindern. Mehr können wir jetzt nicht für sie tun.“, miaute Fleckenpfote. „Geh jetzt. Du musst doch zum Training. Komm am Nachmittag wieder.“ Finsterpfote drehte sich um und lief zum Lagereingang. Es war ein Nebliger Tag und man konnte kaum sehen wohin man seine Pfoten setzte.

Als Finsterpfote aus dem Farntunnel auf die Hauptlichtung trat, merkte er, dass Rabenflügel, der wie gewohnt neben dem Ginstertunnel saß, ihn beobachtete. Wie lange sitzt er schon da?, fragte sich Finsterpfote. Hat er gesehen wie ich zu Tränenpfote gegangen bin? Finsterpfote lief zu seinem Mentor hinüber. Er erwartete, dass sein Rabenflügel ihn mit irgendeiner Unangenehmen Aufgabe bestrafen würde. Er erinnerte sich noch daran wie er das letzte Mal zwei Tage hintereinander zu spät zum Training gekommen war. Rabenflügel hatte ihm zur Strafe aufgetragen, einen Mond lang, nach dem Training, die Kinderstube zu putzen. Das war eine äußerst unangenehme Aufgabe, weil die meisten Jungen nicht fähig waren sich zu merken, wo der Mistplatz war und ihr Geschäft immer irgendwo in der Kinderstube oder sogar in ihren Nestern erledigten. Finsterpfote war bei Rabenflügel angekommen und stand nun direkt vor seinem Mentor. „Welchen Grund hast du zu spät zum Training zu kommen.“, fragte Rabenflügel streng. „Die anderen sind schon seit Sonnenaufgang beim Training.“ „Ich war Tränenpfote besuchen.“, antwortete er. Dann senkte er schuldbewußt den Kopf, als ihm einfiel wie absurd das für seinen Mentor klingen musste. Aber Rabenflügel schnurrte nur belustigt, stand auf und lief durch den Ginstertunnel nach draußen. Finsterpfote blieb verwirrt stehen. Das hatte er nicht erwartet. „Kommst du jetzt oder willst du einen ganzen Mond hier herumstehen?“, rief sein Mentor über seine Schulter zurück. Schnell folgte Finsterpfote seinem Mentor aus dem Lager.

Finsterpfote saß in der Sandkuhle und hörte seinem Mentor zu. Das war nicht einfach, denn neben ihm trainierten Narbenpfote und Schneepfote mit ihren Mentoren. Finsterpfote hatte Tigerstern noch nie kämpfen gesehen und Finsterpfote musste sich eingestehen, dass der muskulöse Kater Krähenfraß aus ihm machen würde. Aber Schneepfote hatte offenbar viel von seinem Mentor gelernt, und wich seinen Angriffen schnell aus. Auch Narbenpfote entwickelte sich mit Blutkralle, als Mentor zu einem starken Krieger. Außerdem musste Finsterpfote immer wieder an Tränenpfote denken. An ihre Albträume. Plötzlich wurde Finsterpfote zur Seite geschleudert und er lad im Sand. Als er aufsah, erblickte er Rabenflügel, der über ihm stand. „Wie jagt man Beute im Nebel?“ Finsterpfote starrte seinen Mentor nur an. Er hatte kein Wort, von dem was sein Mentor gesagt hatte, mitbekommen oder verstanden. „Wenn du Tränenpfote schon vor dem Training besuchst, könntest wenigstens während deiner Trainingseinheit nicht an sie denken und mir zuhören.“ Narbenpfote und Schneepfote, die zufällig gerade in seiner Nähe gestanden hatten kicherten und schnurrten amüsiert. Was ist denn daran so lustig?, dachte Finsterpfote. Tränenpfote hat sich verletzt. „Komm Finsterpfote“, miaute Rabenflügel. „Da du ja hoffentlich zugehört hast kannst du jetzt jagen gehen. Ich werde dich beobachten und wir werden sehen wieviel Beute du in diesem Nebel fängst.“

Finsterpfote wußte, dass er nichts erwidern konnte, stand auf und verließ die Sandkuhle in Richtung Hochkiefern. Rabenflügel würde ihm ja sowieso nicht noch einmal erklären, wie man im dichten Nebel jagte. Er musste einfach versuchen so viel Beute wie möglich zu fangen. Finsterpfote blieb stehen und prüfte die Luft. Er konnte kaum etwas riechen. Nicht Rabenflügel und auch keine Beute. Dann bemerkte er eine Bewegung im Unterholz und wenige Augenblicke später konnte er eine Maus sehen, das auf einer Wurzel saß und an einer Nuss nagte. Vorsichtig schlich er sich näher an die Beute heran. Als er nur noch eine Schwanzlänge von der Maus entfernt war, sprang er. Er landete genau auf seiner Beute und tötete sie mit einem Biss. Finsterpfote kratzte Erde über seine Beute damit er sie auf dem Rückweg mitnehmen konnte.

Finsterpfote war während seiner Jagd immer näher an das FlussClan Territorium herangekommen. Nun lag die Grenze nur noch eine Baumlänge von ihm entfernt. Wieder einmal prüfte er die Luft und suchte die dichte Nebelwand nach Rabenflügel ab, konnte aber nichts erkennen. Doch, er konnte doch etwas riechen. Aber es war keine Katze, sondern ein Eichhörnchen, das einfach so auf dem Waldboden saß und nur darauf wartete gefangen zu werden. Dieses eine noch, entschied sich Finsterpfote. Dann würde er zur Sandkuhle zurückgehen und mit seinem Mentor zusammen die restliche Beute einsammeln. Er lies sich in Kauerstellung fallen und kroch auf seine Beute zu. Er sprang und verfehlte sein Ziel nur knapp. Das Eichhörnchen flitzte über den Waldboden. Finsterpfote der es nicht entkommen lassen wollte rannte hinterher. Er holte das Eichhörnchen ein und schlug seine Krallen in die Beute. Er biss es tot und war ziemlich zufrieden mit sich. Plötzlich merkte er, dass er nicht einmal mehr eine Schwanzlänge von der FlussClan Grenze entfernt war. Er nahm das Eichhörnchen ins Maul kauerte sich wieder nieder und zog sich vorsichtig tiefer in sein eigenes Territorium zurück. Plötzlich hörte er Stimmen. Sie kamen aus seinem eigenen Territorium, stammten aber nicht von DonnerClan Katzen. Er drehte sich um und schlich auf die Eindringlinge zu. Nun konnte er die Eindringlinge sehen. Es waren ein riesiger, schwarzer Kater mit einem weißen Bauch, ein braun getigerter Kater und eine dunkelbraun getigerte Kätzin. Den schwarzen Kater erkannte er sofort. Es war Dunkelstrom der Zweite Anführer des FlussClans. Dann müssen die anderen beiden Katzen FlussClan Krieger sein, dachte Finsterpfote. Was machen sie im DonnerClan Territorium? „Es ist gut, dass es so nebelig ist“, miaute die dunkelbraun getigerte Kätzin. „Dann können uns die DonnerClan Katzen wenigstens nicht riechen.“ „Hast du etwa Angst Erdpelz?“, fragte Dunkelstrom spöttisch. „Der schwächste FlussClan Krieger ist stärker als der stärkste DonnerClan Krieger, dass solltest du eigentlich wissen.“ „Ja, was du bei den Sonnenfelsen mit Feuersturm gemacht hast wird ihnen eine Lehre sein.“, miaute der braun getigerte. „Die DonnerClan Katzen werden sich so schnell nicht mehr bei den Sonnenfelsen blicken lassen.“ Finsterpfote zuckte zusammen, als er die FlussClan Katzen über Feuersturm reden hörte. „Wir müssen weiter“, miaute Dunkelstrom. „Wir können nicht den ganzen Tag hier herumstehen. Braunstreif hol unsere Beute.“ Der braun getigerte Kater nickte und lief in den Wald hinein. Kurz darauf kam er mit einem Maul voll Frischbeute zurück. Sie haben auf unserem Territorium gejagt, schoß es Finsterpfote durch den Kopf. Das verstoßt gegen das Gesetz der Krieger. Die drei Katzen drehten sich um und liefen in ihr eigenes Territorium zurück. Finsterpfote verharrte noch einige Augenblicke lang in seinem Versteck. Ihm war plötzlich eingefallen, was Rabenflügel gesagt hatte. Wenn es nebelig ist kannst du deine Beute kaum riechen, aber deine Beute kann dich auch nicht riechen. Rabenflügels Worte hallten in seinem Kopf. Er hatte Glück gehabt, dass es so nebelig war, denn gegen drei FlussClan Krieger hätte er nicht den Hauch einer Chance gehabt. Finsterpfote stand auf nahm sein Eichhörnchen, das er neben sich gelegt hatte, wieder zwischen die Zähne und machte sich auf den Weg in Richtung Sandkuhle.


3. Kapitel